Kündigungsmärchen eines Kabel Deutschland-Vertrags

Lange Jahre lebten wir in einem Altbau in einem östlichen Stadtteil Leipzigs. Fernsehen gab es aus der Dose, von Kabel Deutschland. Mit Abschluss des Studiums wollten wir wieder aufs Land ziehen und kündigten unsere Wohnung zum 31.01.2008. Dabei kündigten wir am 27.11.2007 per Brief unseren Vertrag mit besagtem Fernsehsignaldienstanbieter und forderten ihn auf, uns die Kündigung schriftlich zu bestätigen oder uns im Falle eines Problems schriftlich oder telefonisch (auf Arbeit) zu kontaktieren.

Wie es jetzt so üblich ist, kann man online bei jeder Firma Verträge abschliessen. Zur Kündigung sollte man aber bestmöglich selbst beim Vorstand vorsprechen, wenn man den Vertrag denn wirklich auflösen will. Kündigungsformulare online gibt es nur in den wenigsten Fällen, und wenn, dann der Vordruck, den man sich ausdrucken, ausfüllen und altmodisch per Brief abschicken kann. Alles darauf ausgerichtet, möglichst leicht Verträge abschließen, aber nicht wieder rauskommen zu können.

Nun bedeutet das Absenden einer Kündigung an den Vertragspartner per Brief ja nicht automatisch, dass die Kündigung ankommt, geschweige denn bearbeitet wird. Wir hörten ganze sechs Wochen überhaupt nichts vom Kabel Deutschland. Vielleicht ist der Brief ja, wie die anderen 70.000 im Jahr, bei der Post verloren gegangen. Kann ja mal passieren. Also schickten wir am 15.01.2008 noch eine schriftliche Kündigung an Kabel Deutschland.

Die Wohnung hatten wir längst geräumt, wohnten ganz woanders und trotzem schien die zweite schriftliche Kündigung Kabel Deutschland wieder nicht erreicht zu haben. Die Firma zog weiterhin unsere 10,31€ von unserem Konto ab - die wir jetzt jeden Monat auf der bank rückbuchen ließen.

Am 23.05.2008 wurde die nunmehr dritte Kündigung geschrieben, auch wieder auf dem Weg mit der Post vom Laster fiel. Anders kann ich mir das nicht vorstellen, denn wir hatten ausdrücklich geschrieben, dass wir im Falle eines Problems benachrichtigt werden sollten.

Nachdem nun schon ein halbes Jahr ins Land gezogen war und wir immer noch Geld von Kabel Deutschland abgezogen bekamen, probierten wir es am 24.07.2008 ein viertes Mal. Diesmal per Einschreiben mit Unterschrift. (Böse Zungen behaupten, dass sich die Post mit ihrer Unzuverlässigkeit bei normalen Briefen eine goldene Nase verdient, indem sie die Leute die Einschreiben anbietet - die garantiert zugestellt werden. Andererseits ist es für Firmen ein Leichtes zu sagen, dass Kündigungen nicht angekommen sind - man wisse ja, daß bei der Post Briefe verloren gingen.)

Und was passierte nun? Ja, Kabel Deutschland antwortete innerhalb von fünf Tagen! Das ging so reibungslos, da musste was faul sein...

Und das war es auch. Uns wurde mitgeteilt, daß meine Freundin (unter deren Namen die Kündigungen verschickt wurden [allerdings mit meiner Unterschrift "im Auftrag", und meiner Rückantworttelefonnummer]) nicht unser Vertragspartner ist. Aha. Die bisherigen Briefe von Kabel Deutschland gingen also nur zufällig an sie? Das Geld wurde von aus Versehen ihrem Konto anstatt von meinem eingezogen?

Und so kam es, dass wir am 31.07.2008 noch ein Schreiben aufsetzten. Mal sehen, ob es ankommt.

Written by Christian Weiske.

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